Wintersemester 2006 | Hauptstudium
Betreuer: Prof. Vincenz WarnkeGemeinsames Ziel wird es sein, ein sinnenfrohes, atmosphärisches Festessen zu gestalten…
… ob Teller, Gabel, Messer oder Licht… – das, was entworfen wird und auf den Tisch kommt, soll immer einen Sinn mehr, als nur den Sehsinn ansprechen.
Aufgabenstellung – Komplexes Gestalten ID
Los geht es mit Einbruch der Dämmerung. 28 geladene Gäste setzen kostümiert auf dem Wasserweg zu einem Floß über. Hier werden Sie in historischer Manier von einem Maître empfangen und an einer Festtafel platziert. Was dann folgt, kann wohl am besten mit einem Rausch der Sinne beschrieben werden. Die Tafel samt Mobiliar ist architektonische Extravaganz, auch Geschirr und Besteck sind Kunstobjekte für sich. Das choreographierte Lichtspiel und ein Streichkonzert untermalen die deliziöse Speisefolge. Zwei Stunden wird dieses Spektakel nicht nur für die Gäste, sondern auch für Besucher erlebbar sein.
28 kostümierte Personen, abgeschottet auf einem Floß, die unter den Blicken von hunderten Zuschauern Köstlichkeiten speisen – ist das nicht ein wenig dekadent? „Nein, gar nicht“, behauptet Vinzenz Warnke, „es ist Kunst in Aktion, eine Inszenierung, ähnlich einem Theaterstück. Die Eingeladenen sind gleichzeitig, wenn auch unbewusst, Schauspieler auf einer Bühne“. Erst ein Jahr ist Warnke in Halle. Und doch hat der Professor für „Multisensuelles Design“ zu Beginn des vergangenen Wintersemesters ein riesiges Projekt initiiert. So riesig, dass gleich zwei Semester daran gearbeitet wurde. „Mir ist es besonders wichtig zu zeigen, dass Kunst nicht nur zum Anschauen da ist“, beschreibt der 36-Jährige seine Intention. „Ich bin aber nicht zu meinen Studenten gegangen und habe gesagt ‚Macht mir einen Sinn’, die Ideen sind vielmehr spontan im Verlauf der Arbeit entstanden.“
Vorgabe für die Studenten war neben dem Thema „Festmahl“ lediglich der Ort: ein unbeachtetes, fast vergessenes Bootshaus am Ufer der Saale, direkt auf dem Burg-Gelände am Neuwerk. Eine Herausforderung für die Studenten, dort gab es schließlich keinen festen Boden, nur Wasser. Die „schwimmende Festtafel“ nahm nach und nach Gestalt an, währenddessen entstanden jeweils Arbeitsgruppen für Geschirr, Besteck und Möbel – alles wurde selbst angefertigt – sowie eine Lichtgruppe. Bald stand auch die Gästeliste fest: darunter finden sich Professoren der Kunsthochschule und zahlreiche Helfer des Projekts.
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Auch die Bürger der Stadt Halle haben langfristig etwas von dem Projekt. Die Studenten haben einen bleibenden Ort geschaffen, hier soll später Raum sein für Ausstellungen, Modenschauen, denkbar seien auch ein Café oder eine Theaterbühne. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.


2 Comments
Auch die Bürger der Stadt Halle haben langfristig etwas von dem Projekt. Die Studenten haben einen bleibenden Ort geschaffen, hier soll später Raum sein für Ausstellungen, Modenschauen, denkbar seien auch ein Café oder eine Theaterbühne. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
fantasie … hm.
überragende Realität