10 Liter Frankreich

Das Kon­zept des 10-​Liter-​Design-​Shops in der Oberen Leip­ziger Straße zu Halle, führt der Burgshop-​On-​Tour seit Oktober 2006 fort. Die Ideen und Pro­dukte unserer Kom­mi­li­tonen sind also nach wie vor in der Welt unter­wegs. In Saint Eti­enne sogar zum ersten Mal auf fremd­spra­chigem Boden.


Saint Eti­enne, die Haupt­stadt des süd­fran­zö­si­schen Dépar­te­ments Loire, süd­west­lich von Lyon, ist weder beson­ders groß, noch beson­ders bekannt. Vor und wäh­rend des 2. Welt­krieges war sie eine der bedeu­tendsten Waf­fen­schmieden Frank­reichs und wurde daher fast voll­ständig zer­stört. Die Stadt hat mit schwin­denden Ein­woh­ner­zahlen zu kämpfen und steht im Schatten von Lyon wie Halle in dem von Leipzig.
Das Gelände der alten Waf­fen­ma­nu­faktur wird der­zeit zur „Cité du Design« umge­baut. Dort fand diesen November mitt­ler­weile zum 6. Mal für 16 Tage das Haupt­ge­schehen der „Bien­nale Inter­na­tio­nale Design« statt. Ver­schie­dene gela­dene Kura­toren waren dazu ange­halten, ihre per­sön­liche Sicht auf Design auszustellen.

Das hieß 10jährigen Geburtstag feiern und „10 Liter Design« war die ersten vier Tage — wir wollen ja auch noch stu­dieren — mit von der Partie.

Zum umfang­rei­chen Pro­gramm der dies­jäh­rigen Bien­nale gehörte unter Anderem der „Marché du Design«, eine Art Design-​Klassiker-​Flohmarkt zum Stö­bern und sich Freuen, an Dingen, die man aus irgend­einem Desi­gn­buch kennt. Das „Off« orga­ni­sierte Aus­stel­lungen und Film­vor­füh­rungen im gesamten Stadt­raum. Im Rahmen von „OnA­du­Chien« prä­sen­tierte es junge Desi­gner aus Frank­reich, mit oder ohne dem gewissen Etwas.

Dazwi­schen, direkt am Ein­gang des »Parc des Expo­si­tions«, leuch­teten die weißen Eimer­chen des Burg­shops und flat­terten die Info­bro­schüren zu Mas­ter­stu­di­en­gängen unserer Hoch­schule. Gut, dass sich in einem anlie­genden Mes­se­ge­bäude ver­schie­denste „écoles super­ièures« vor­stellten und die Busse an Schü­lern und Besu­chern auch am Burg­shop Halt machten. So erklärten wir den Inter­es­senten zum Bei­spiel, dass es von Vor­teil sei, zumin­dest ein wenig eng­lisch zu spre­chen, um an der Burg zu studieren.

Neben dem Ver­kauf bestand die Haupt­auf­gabe wie meis­tens darin, die Mate­ria­lien Beton und Mine­ral­werk­stoff zu erläu­tern; bei Bedarf „Rocket­boys« und andere Pro­dukte zu demons­trieren und erklären, weil die illus­tren Wort­spiele in den deut­schen Namens­krea­tionen, wie »Buntes Ver­dienst­kreuz« auf eng­lisch nicht funk­tio­nieren. Die zweite Hälfte von Klun­ker­bunker ver­steht ja noch ein jeder Fran­zose, aber Klunker auf fran­zö­sisch, dass ist dann — „comme une bague, mais très grand, comme celle d‘un roi …« Unter den begeis­terten Stand­be­su­chern fanden sich auch Aus­steller der Bien­nale, also Desi­gner und Ver­treter von Desi­gn­büros, zu wel­chen wir brauch­bare Kon­takte knüpften.

Davids Vor­schlag, für 2010 mehr Hoch­schulen zu betei­ligen, fand bei Maud Ron­dard, Orga­ni­sa­torin und Sze­no­grafin des „Off«, große Zusti­mung. Ins­ge­samt ist es als ein sehr posi­tives Fes­tival zu bewerten, in einer Stadt, die auf sym­pha­ti­sche Art und Weise ver­sucht, sich neu zu definieren.

Ilja Oel­schlägel, David Oel­schlägel und Katrin Storz en France

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