
Was sollte man unbedingt zum ersten Typografie-Kurs-Treffen im Semester im Kommunikations-Design mitbringen: „Schere, Tesa (am besten removable), Cutter, Klebeband (wenn vorhanden auch farbiges), Papiere (schwarz, weiß, farbig) und ein paar Stifte (schwarz, Fineliner)“. Was habe ich, meines Zeichens Multimedia | VR-Student im 7. Semester, stattdessen klischeehaft und ausschließlich bei mir? Richtig, meinen Laptop!
Das lag aber vor allem daran, dass die Info-Mail von Nina Hug, der Dozentin, in meinem Spam-Ordner gelandet war. Und so betrete ich am 17. Oktober 2008, zwei Stunden zu spät und eher schlecht ausgestattet, den komplett mit fleißig klebenden und schneidenden Kommunikations-Designern gefüllten Raum 208… Sauberer Einstieg! Da zeigte sich ziemlich schnell und greifbar die Unterschiede der beiden Fachbereiche.

Das Thema des Kurses war es, ein Kinoprogramm für alle alternativen Kinos von Halle zu entwerfen. Das hieß in Klartext: 6 Kinos, über 42 Filme und gefühlte 1783 verschiedene Vorführungs-Zeiten in einem Plakat oder Faltblatt oder Heft unterzubringen. Dazu regelmäßige Treffen, sowie Konsul– und Präsentationen. Klingt nach viel Arbeit. War es verdammt nochmal auch!
Vor allem für mich als Multimedia VR-Student, der mit Fragen zu Layout und Schrift seit dem Einstiegskurs bei Prof. Uli Kühnle im 1. Semester eher weniger konfrontiert wurde. Klar setzt man hier mal ne Präsentations-PDF oder dort mal den Titel für einen Filmvorspann, doch steht meistens der Inhalt im Vordergrund, und für ausgiebiges Hinterfragen, welche Schriften in welchem Format auf welchem Papier ergeben welche Aussagen, bleibt oft keine Zeit. Es muss am Ende halt schön aussehen, und so wendet man eigentlich immer wieder dieselben weil bewährten Schriften und Layouts an, tritt aber auch ein bisschen auf der Stelle.

Wem das so ähnlich geht, egal ob aus Industriedesign oder Mode oder Glas-Keramik, dem kann ich so ein Semesterprojekt im Kommunikations-Design nur empfehlen. Der Einstieg war zwar etwas holprig, man merkt schon, dass man sich im Vergleich zu den anderen Kurs-Teilnehmern die letzten Semester sich mit anderen Dingen als Schriftmischungen, Absatzformaten oder Faltungen beschäftigt hat. Aber deswegen ist man ja da, um dies nachzuholen.
Das gilt natürlich nicht nur für Ausflüge ins KD: Hört euch bei Kommilitonen aus anderen Fachrichtungen um, welche Kurse im nächsten Semester angeboten werden und wenn was für euch dabei ist, einfach dem Professor oder Dozenten anschreiben oder persönlich fragen, und alles Relevante abklären. Über die Anrechnung der CTS-Punkte braucht ihr euch keine Sorgen machen, das funktioniert in jedem Fall.
Man muss kein Erasmus-Semester machen, um im Studium neue Impulse und Ideen zu bekommen. Manchmal reicht schon ein Raum oder ne Etage weiter zu schauen…
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